NM1: Nordmarsch Oldenburg (42 KM) 2026
Datum der Tour: 4. Juli 2026
Start- & Zielpunkt: An den Eichen, 26215 Wiefelstede
Dauer: 8:04 Std.
Länge: 44.9 km
Aufstieg: ➚ 80 m
Abstieg: ➘ 80 m
Stempelstellen:

Quelle: Screenshot von Komoot
Für mich hat es sehr lange gedauert, bis ich an einem Wanderevent von Nord-Marsch teilnehmen konnte. Irgendwie passte keiner der Termine in meinen Zeitplan. Der Nord-Marsch in Oldenburg ist nicht so weit weg von zu Hause und am ersten Juli-Wochenende 2026 war zum Glück noch eine Lücke in meinem Event-Kalender.
Am Abend vorher hatte ich erfahren, dass ich alleine laufen muss – absagen kam für mich nicht infrage – und entsprechend aufgeregt war ich schon am frühen Morgen zur Anreise nach Oldenburg. Bisher bin ich maximal 30 Kilometer mit mir alleine gelaufen, und ich war gespannt, ob ich mir auf den geplanten 42 Kilometern nicht selber auf den Keks gehe.
Die Anreise selbst verlief ohne Probleme, es war ja auch fast ein Heimspiel. Die Brötchen für mein Kofferraumklappen-Frühstück holte ich bei meinem Stamm-Brötchen-Dealer „Bäckerei Rolf Café Oumünde“, den Kaffee hatte ich mir von zu Hause mitgenommen.
Über die Fähre in Bremen-Farge ging es dann ganz gemütlich in Richtung Oldenburg und ich war rechtzeitig am Ziel. Es waren am alten Fliegerhorst genügend Parkplätze vorhanden und ich konnte auch schon die ganzen Camper sehen, die es sich für die Nacht gemütlich gemacht hatten. Der Himmel war wolkenbehangen und es sah bereits jetzt schon nach Regen aus. Mal sehen, ob der Wetterbericht dieses Mal recht behalten sollte. Zwischen 14 und 15 Uhr sollte es anfangen zu regnen. Egal, ich bin auf alles vorbereitet.
Jetzt wollte ich mich aber erst mal richtig für den 42-Kilometer-Marsch stärken und ich genehmigte mir mein Frühstück. Nach und nach kamen die Teilnehmer mit den Autos an mir vorbei und mit einigen fanden schon die ersten Gespräche statt. Ich bin gespannt, wie es sich auf der Strecke verhält. Ich bin ja mehr so der schüchterne Einzelgänger. Die Ausrüstung wurde noch einmal geprüft und nach dem Anziehen der Wanderschuhe machte ich mich auf in den spannenden Tag.
Am Start-Ziel-Bereich herrschte schon ein reges Treiben. Es war schon relativ gut gefüllt und überall hatten sich Grüppchen gebildet, wo auch schon wild diskutiert und gefachsimpelt wurde. War es doch keine gute Idee, heute alleine zu starten? Ramona fehlte mir jetzt schon.
Ich schaute mich überall um und wollte mich erst einmal anmelden, um die Startnummer zu bekommen. Ein bisschen Merch wollte auch noch eingekauft werden. Der ganze Bereich war toll angelegt und man konnte sehen, dass die Veranstalter eine Menge Erfahrung mitgebracht hatten. Sogar ein kleines Frühstück konnte man dort bekommen. Es ist einfach an alles gedacht worden.
Das Anmelden ging schnell und die Startnummer war auch fix abgeholt. Es dauerte nun auch gar nicht mehr so lange, bis wir auf die Strecke geschickt werden sollten. Kurz vor dem Start fing es zu regnen an. Hin- und hergerissen zog ich mir jetzt schon die Regenjacke über. Eigentlich war es dafür aber zu warm. Na, das kann ja was werden.
Nach einer kurzen Ansprache wurden wir dann endlich auf die Strecke geschickt. Ich war schon auf die Strecken-Ausschilderung gespannt, hatte aber zur Sicherheit die Strecke auf Komoot gestartet, um ein Backup zu haben. Es sollte auf der 42-Kilometer-Strecke nur einen einzigen zentralen VP geben, den wir ganze drei Mal wieder anlaufen sollten. Hoffentlich verlaufe ich mich bei den ganzen Pfeilen auf dem Weg nicht. Schließlich waren sämtliche Strecken (inkl. der 100 Kilometer, welche am Vortag gestartet worden waren) mit Pfeilen und Klammern auf den Wegen mit Anweisungen gemalt worden. Auweia!
Der erste Streckenabschnitt hatte eine Länge von 10 Kilometern. Er war nicht sonderlich spektakulär. Etwas Wald, Dorf und Landstraße. Das ist üblich bei so einem Event. Einzig auffällig waren die ganzen Baumschulen entlang der Strecke. „Vom Bonsai bis zum Apfelbaum.“ Dann kam endlich der erste VP. Meine Erwartungen an die Verpflegung waren hoch, ich hatte schon sehr viel Gutes über die Verpflegung beim Nord-Marsch gelesen.
Stop, ich muss ja noch den Kontrollpunkt „abknipsen“. Auch so eine Neuerung für mich. Hier wurde man echt gefordert. Nicht nur, dass ich durch die ganzen Wegweiser mit den Zahlen in Klammern durcheinandergebracht wurde, ich muss auch noch an die Kontrollpunkte denken. Langweilig würde mir nicht werden.
Nun aber zum Essen. Es gab alles, was das Herz (nicht unbedingt mein Herz) begehren konnte. „Matschbrötchen“, Brötchen mit Hering und noch vieles mehr. Aber ich war ja zum Laufen und nicht zum Sattessen hier. Trotzdem gönnte ich mir ein Matschbrötchen, füllte die Wasservorräte wieder auf und ging ohne eine große Pause weiter. Ich wollte nicht in einen Stau geraten. Irgendwann muss es hier ja voll werden, wenn man nur diesen einen VP hatte.
Dank Komoot wusste ich auch, welche Schleife ich jetzt drehen musste. Die Leute auf der Strecke wurden weniger und man ging teilweise fast alleine. Apropos alleine. Bisher habe ich mich mit mir gut vertragen und es war überhaupt nicht langweilig. Mal sehen, ob es so bleiben würde. Toll fand ich auch die vielen Stellen, wo wir fotografiert worden sind, und ich freute mich jetzt schon auf die tollen Aufnahmen.
Die nächste Runde war nur 5 Kilometer lang und ich kam schon wieder an den VP. Dort genehmigte ich mir ein Toastbrot mit Spiegelei. Lecker! Auch jetzt habe ich mich nicht so lange aufgehalten. Es war jetzt schon etwas voller, denn die Läufer der kürzeren Strecken kamen jetzt auch dazu.
Das Wetter spielte bisher auch gut mit. Das war aber auch echt gut so, denn nun folgte eine etwas größere Runde von knapp 19 Kilometern. Allerdings war dieser Streckenabschnitt für mich das Highlight der Wanderung. Es ging nämlich um das Zwischenahner Meer. Dort war ich noch nie und ich freute mich drauf. Bei Kilometer 18 wechselte ich einmal meine Socken, und etwas Italo-Disco auf den Ohren ließ mich sehr locker in Richtung Zwischenahner Meer laufen. Jetzt kam sogar kurz die Sonne heraus.
Wanderhighlight: Zwischenahner Meer
Das Zwischenahner Meer ist ein See in der Gemeinde Bad Zwischenahn im Landkreis Ammerland in Niedersachsen. Er liegt zwischen dem Hauptort Bad Zwischenahn im Süden und dem Ortsteil Dreibergen im Norden. Der See wird auch als Perle des Ammerlandes bezeichnet. Der Name Zwischenahner Meer setzte sich erst Anfang des 19. Jahrhunderts durch, vorher wurde der See als „Elmendorfer“ oder „Ammersches Meer“ bezeichnet. Das Zwischenahner Meer befindet sich über einem Salzstock als Überbleibsel des Zechsteinmeeres aus dem Erdzeitalter des Perm vor etwa 250 Millionen Jahren. Es entstand dadurch, dass es durch grundwasserbedingte Salzablaugungen zu einem Einsturz des Salzstockes und des darüberliegenden Deckgebirges kam. In dem auf diese Weise entstandenen Hohlraum bildete sich das Zwischenahner Meer. Weitere Beispiele für durch Erdfälle entstandene Gewässer sind das Sager Meer, das Maujahn-Moor und der Seeburger See. Charakteristisch für diese Seen ist eine große Tiefe im Verhältnis zum Durchmesser. Das Zwischenahner Meer ist allerdings recht flach und erscheint eher untypisch. Am Zwischenahner und am Rostruper Ufer lassen sich jedoch steilere Ränder nachweisen. Sie werden durch die mächtige Faulschlammschicht aber stark verwischt.
Quelle: Wikipedia
Bei Kilometer 20 kamen wir am Kurpark Bad Zwischenahn an und es war trotz des Wetters echt voll dort. Vorbei an Kurkliniken ging es an tollen Häusern entlang in Richtung Wasser. Es war hier echt beeindruckend schön – trotz der vielen Leute. Zwei Hochzeitspaare ließen sich bei der Traumkulisse (Park oder Spielbank) fotografieren. Ich kam vor lauter Fotografieren kaum weiter voran. Ihr seht es ja an den Bildern.
Die Stimmung war immer noch gut, meine Beine fühlten sich auch nach 24 Kilometern noch sehr gut an, und plötzlich kam ein weiterer VP. Habe ich etwas übersehen? Nein, der war als Überraschungs-VP gedacht und das war auch echt gut gelungen. Immerhin hatten wir noch 20 Kilometer vor uns! Nur eben das Wasser aufgefüllt und 2 Becher Cola als Energieschub. Beim Stehen wurde mir im Shirt echt kalt, denn so langsam zog immer mehr Wind auf und der Himmel wurde sehr dunkel. Weiter geht’s!
Die Landschaft hier war echt schön und abwechslungsreich und es gab eine Menge zu sehen. Der geplante letzte VP kam dann bei Kilometer 34 und dieses Mal setzte ich mich hin und genoss den Milchreis mit Kirschen. Dazu gab es ein alkoholfreies Bier, um die Elektrolyte etwas aufzufüllen. Komische Kombination, aber es schmeckte gut zusammen. Auch hier musste ich das letzte Mal den Kontrollpunkt „abknipsen“. Gut, dass ich daran gedacht hatte.
Nun auf zum letzten Streckenabschnitt. Laut Veranstalter waren es noch 8 Kilometer und laut Komoot noch 11 Kilometer. Hm, was ist denn jetzt richtig? Ich bin gespannt. Leider fing es jetzt richtig an zu regnen und der letzte Streckenabschnitt bot absolut kaum Abwechslung. Gefühlt ging der letzte Rest nur an den Bahnschienen entlang und der Wind machte es noch ungemütlicher. Bei Kilometer 37 zeigte uns ein Schild, dass wir nur noch 5 Kilometer zu laufen hätten. Also eine knappe Stunde. Komoot war immer noch anderer Meinung.
Gut, dass der letzte Streckenabschnitt recht viele Bäume hatte und wir somit etwas besser vor dem Regen geschützt waren. Die letzten Meter auf dem breiten Weg waren extrem stürmisch und der Regen wurde nicht weniger. Der Zieleinlauf fand im strömenden Regen statt und ich war froh, als ich die Medaille um den Hals hatte. Hach, was freute ich mich auf das finisher Bier (was eine Cola wurde).
Ich holte mir noch meinen Orden, die Stempel für mein Heft und dann wollte ich mir etwas Trockenes anziehen. Ich war alleine und wollte mich hier im Regen nicht mehr aufhalten. Darum entschloss ich mich dann doch für die Heimfahrt und war sehr froh, dass ich die 45 Kilometer mit mir alleine gut überstanden hatte und ich mir auch keine Blase gelaufen hatte. Das ist doch mal ein tolles Ergebnis.
Es kamen dann letztendlich 44,9 Kilometer zusammen, welche ich in einer reinen Laufzeit von 8 Stunden und 4 Minuten zurückgelegt hatte. Ganze 80 Höhenmeter kamen dann doch noch zusammen. Da war ich aus dem Harz ganz andere Höhenmeter gewöhnt!
Ich habe noch gleich am nächsten Tag ein Folge-Event gebucht und freue mich schon jetzt darauf. Somit ist Nord-Marsch bei mir auf einer Stufe mit Walking Heroes und E.M.T.I Extremwandern und ich kann meinen Event-Kalender endlich ohne die überlaufenen Big-Player füllen. Auf dass noch viele gemeinsame Veranstaltungen folgen werden.
Toll, dass es Euch gibt, und ich freue mich, nun endlich ein Teil der Nord-Marsch-Familie zu sein.





































































































