Tour 46: Oderbrück und Umgebung

Tour 46: Oderbrück und Umgebung

Datum der Tour: 1. August 2026

Start- & Zielpunkt: Parkplatz Oderbrück

Dauer: 3:14 Std.

Länge: 15 km

Aufstieg: ➚ 450 m

Abstieg: ➘ 450 m

Stempelstellen: 132 | 168 | 136 | 012 | 2020-03

Quelle: Screenshot von Komoot

Die heutige Wanderung war nach dem Wetterbericht geplant. Im Oberharz war Regen angesagt, also zog ich eine andere geplante Wanderung aus der „virtuellen“ Schublade und es sollte wieder nach Wernigerode gehen.

Tobi hatte Zeit und dringenden Bedarf, also ging es sehr pünktlich auf die Autobahn in Richtung Celle, um ihn einzusammeln. Es war unterwegs bestes Wetter und ich kam ohne weitere Vorkommnisse, wie verabredet, dort an. Die Autos wurden gewechselt, die Zwiebelmett-Brötchen bei „Kiess & Krause“ herausgeholt und es ging weiter in Richtung Wernigerode.

Zur Sicherheit schaute ich noch einmal in die Wetter-App, um zu sehen, was uns für ein Wetter vor Ort erwarten würde. Plötzlich waren dort in der App überall Regentropfen zu sehen und irgendwie hatten wir darauf keine Lust. Wie war das Wetter im Oberharz? Dort wollten wir eigentlich wandern, um endlich mal den Harzer Grenzweg abzuschließen.

Was soll ich sagen? Fix wurde das Navi mit den neuen Zielkoordinaten von „Mannamia“ in Bad Harzburg gefüttert. Dort waren wir schon etwas länger nicht mehr und dort holten wir immer den Kaffee, wenn wir in der Nähe sind.

Der Weg dorthin verging wie im Fluge, denn wir hatten uns noch Einiges zu erzählen. Es war ja erst 14 Tage her, dass wir zusammen unterwegs gewesen waren. Bei Mannamia wurden wir, wie immer, herzlich begrüßt und unsere Coffee-to-go-Becher wurden mit dem Kaffee für das „Kofferraumklappen-Frühstück“ gefüllt. Für jeden so, wie er ihn gerne mag.

Auf dem Weg nach Oderbrück wollte ich noch einen fehlenden Stempel für das „Goethe im Harz“-Heft einsammeln und wir steuerten dazu den Parkplatz Schultal in Altenau an. Von dort aus wanderten wir direkt zur HWN 132 (Köte Brockenblick). Eine kurze, aber knackige Steigung begrüßte uns gleich zum Anfang. Und das ohne Frühstück!

Es war noch leicht nebelig und wir hatten einen tollen Aufstieg den Schwarzenberg hinauf zur Stempelstelle. Von hier hatte man einen tollen Panoramablick auf Altenau. Es wurden noch ein paar Fotos für das Album gemacht und wir gingen wieder zurück zum Auto. Wir hatten Hunger und der nächste Parkplatz war unser ausgesuchter Ort für das „Kofferraumklappen-Frühstück“! Nach 1,34 Kilometern waren wir wieder beim Auto und machten uns auf nach Oderbrück.

Der Parkplatz in Oderbrück war noch sehr leer und wir konnten uns einen Parkplatz aussuchen. Allerdings kamen einige Wanderer während unseres Frühstücks dazu und wir hofften, dass sie alle zum Brocken hochwollten und wir auf unserer Wanderung etwas Ruhe hatten. Das Wetter wurde immer besser und wir machten uns auf die bevorstehende kleine 11-Kilometer-Rundwanderung.

Entlang des Kaiserweges in Richtung HWN 168 (Dreieckiger Pfahl) sind wir zuletzt im tiefen Schnee gewandert und wir wunderten uns, wie anders die Landschaft entlang des Weges aussah. Richtig schön grün war es jetzt. Wir hielten oft inne, genossen die Ruhe und das Plätschern der Oder. So sieht eine perfekte „Kopf-frei“-Wanderung aus.

Beim „Dreieckigen Pfahl“ angekommen, wurde der Stempel in drei Hefte gedrückt und wir machten eine kleine Trinkpause, bevor es weiter zur HWN 136 (Eckersprung) gehen sollte. Über einen kleinen Teil des „Grenzweges am Bodesprung“ ging es dann bis auf 900 Meter zur Schutzhütte Eckersprung. Auch hier gingen wir nach ein paar Fotos weiter in Richtung Achtermann.

Nahezu die gesamte Zeit liefen wir nun an der „Großen Bode“ entlang zur HWN 12 (Achtermannshöhe). Dort oben waren wir bereits vor ein paar Wochen und es ist immer ein lohnendes Ziel. Es ist ein toller Aufstieg, mit allem, was dazugehört. Ich mag die Strecke dorthin sehr gerne, denn so müssen Wanderwege aussehen.

Wanderhighlight: Stempelstelle 12 (Achtermannshöhe)

Die Achtermannshöhe (926 m ü. NN) befindet sich nordwestlich von Braunlage und ist der dritthöchste Berg Niedersachsens und der vierthöchste Berg im Harz. Vom Gipfel aus hat man einen schönen Blick über die Harzer Berge, besonders zum Brocken und zum Wurmberg. Bei guter Fernsicht kann man sogar den Thüringer Wald mit dem Inselberg sehen. Vom Gasthaus Königskrug und von Oderbrück aus führen beschilderte Wanderweg zum Achtermann. Der kürzeste aber auch steilste und steinigste ist der „Milliardenweg“. Warum dieser ungewöhnliche Name? Bestimmt nicht, weil sich hier Massen von Wanderern auf die Füße treten – die Achtermannshöhe ist zwar ein sehr schönes und lohnenswertes, aber nur spärlich besuchtes Wanderziel. Der Grund ist viel banaler: Der zwei Kilometer lange Weg wurde im Jahre 1923 angelegt – zur Zeit der Hyperinflation, weshalb er eben einige Milliarden Reichsmark kostete.
Quelle: Harzer Wandernadel

Hier oben nutzten wir die Zeit, um wieder ein paar tolle Schnappschüsse von uns zu machen. Die Weitsicht war wieder grandios. Auf der einen Seite war der Wurmberg sehr gut zu erkennen, und wenn man sich nach Westen drehte, konnte man den Brocken fast greifen. Von hier oben sieht alles so nah aus. Wunderbar!

Jetzt blieben uns noch etwas mehr als 2 Kilometer bis nach Oderbrück zurück und wir hatten das Gefühl, kaum gewandert zu sein. Am Parkplatz darf der tolle Wandertag noch nicht zu Ende sein. Gut, dass ich immer ein paar Ziele in der „virtuellen“ Schublade habe. Der Weg nach Oderbrück hinunter zum Auto war einfach toll. Diese Strecke sind wir noch nie gegangen und auch hier muss ich mich wiederholen: „So müssen Wanderwege aussehen“.

Viel zu schnell waren die 11,9 Kilometer vorbei und wir beschlossen, noch einen weiteren Stempel einzusammeln. Für solche Gelegenheiten sind die neuen Stempel des 20-Jahre-HWN-Heftes hervorragend geeignet, denn die liegen so mies, dass man sie kaum in tolle Rundwanderungen einbauen kann.

Also auf nach Wolfshagen, um dort den Sonderstempel HWN 2020-03 (Schäderpavillon Wolfshagen) zu besuchen. Immerhin waren es knapp 1,9 Kilometer vom Wanderparkplatz zur Stempelstelle und wieder zurück zum Auto. Also nicht ganz ein Drive-in-Stempel. Dort oben gab es eine wunderbare Rundumsicht und in der Ferne konnten wir den Diabas-Steinbruch sehen. Das Wetter war toll, wir hatten noch Zeit und warum sollten wir dort nicht noch einmal ein paar tolle Fotos machen?

Wanderhighlight: Diabas-Steinbruch

Der renaturierte Diabas-Steinbruch in Wolfshagen im Harz ist ein beeindruckendes Großbiotop. Der Diabas am Heimberg entstand vor etwa 380 Millionen Jahren aus basaltischem Magma. Erwachsene wird aufgrund seiner Färbung auch Grünstein bezeichnet und findet Verwendung im Straßenbau oder für Skulpturen. Der Brutfelsen ragt als 47 Meter hoher Inselberg aus der Steinbruchsohle heraus und besteht aus Gestein, das damals als minderwertig galt und nicht abgebaut wurde. Um den Steinbruch herum führt der preisgekrönte Themenpfad Spur der Steine. Das Innere des Steinbruchs ist zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt (u.a. Uhus, Geburtshelferkröten und seltene Libellen) gesperrt und durch Zäune gesichert. 

Den Steinbruch haben wir schon diverse Male in diversen Jahreszeiten besucht und es ist faszinierend, wie unterschiedlich die Natur dort zu den anderen Jahreszeiten aussehen kann. Wir parkten beim Sportplatz in Wolfshagen und gingen die paar Kilometer zum Steinbruch hinauf. Dort angekommen mussten wir erst mal wieder die tolle Landschaft fotografieren und eine Gruppe junger Männer (sie waren wirklich sehr viel jünger als wir) sorgte dort für etwas Stimmung. Grüße gehen an der Stelle von uns dort hinaus. Wir haben einige tolle Gespräche gehabt.

Nun trieb uns der Hunger aber wieder zum Auto. Auf nach Lautenthal, unser Schnitzel beim Harzer Schnitzelkönig wartete schon. Es waren gerade Ferien und entsprechend voll war es dort. Nach einer kleinen Wartezeit bekamen wir unser alkoholfreies Hefeweizen, welches bei der Hitze sofort verdunstet ist.

Danke mal wieder an das gesamte Team und danke noch einmal an Matze, der uns sofort einen tollen Platz zugewiesen hat! Es war mal wieder ein Essen bei Freunden. Nach dem Espresso machten wir uns erschöpft, vollgefuttert, aber glücklich zurück auf den Heimweg.

Das war eine abwechslungsreiche Tour mit 450 Höhenmetern, und so ganz nebenbei kamen 15 Kilometer (ohne Steinbruch) mit einer reinen Laufzeit von 3 Stunden und 14 Minuten zusammen. Endlich ist auch das Stempelheft für den Harzer Grenzweg voll und ich kann mir meine Nadel irgendwann einmal in Blankenburg abholen. Es hat wieder mal sehr viel Spaß gemacht.

Die nächsten Touren sind geplant und wir kommen wieder. „Harz geht immer!“