Tour 44: Wernigerode und Umgebung
Datum der Tour: 27. Juni 2026
Start- & Zielpunkt: Wernigerode
Dauer: 2:58 Std.
Länge: 12.9 km
Aufstieg: ➚ 410 m
Abstieg: ➘ 410 m
Stempelstellen: 027 | 028

Quelle: Screenshot von Komoot
Der Wetterdienst warnte an diesem Wochenende vor extremer Hitze. Diese Aussage sollte eigentlich Warnung genug sein. Doch wir wussten es besser. Eine kleine 12-Kilometer-Wanderung, viel Wald und Wasser, ist doch bestimmt machbar!
Die Nacht war schon recht warm und auch um 5 Uhr merkte man, dass es ein heißer Tag werden sollte. Eine halbe Stunde früher als sonst machte ich mich auf den Weg nach Celle, um mich mit Tobi zu treffen. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch, dass wir gegen Mittag dann mit den 12 Kilometern durch sind und wir dann gemütlich beim Harzer Schnitzelkönig mit einem kühlen alkoholfreien Hefeweizen sitzen. Kleiner Spoiler … es kam alles anders als gedacht!
Nachdem wir in Celle das Auto getauscht und uns mit Brötchen für das Kofferraumklappen-Frühstück eingedeckt hatten, war unser erstes Ziel Wernigerode. Dort wollten wir uns im Schlemmercafé mit Kaffee eindecken. Dort angekommen und aus dem Auto gestiegen, traf uns fast der Schlag. Wir liefen gegen eine 27 Grad Celsius Hitzewand. Durch die Klimaanlage im Auto bemerkten wir gar nicht, wie warm es mittlerweile geworden war.
Beim Parkplatz angekommen wollten wir aber erst einmal das Frühstück genießen und in Sonnencreme „baden“. Das wird wohl heute nötig sein. Es war ein schöner und schattiger Parkplatz, aber wir hatten noch einiges vor uns und wir freuten uns schon auf den wundervollen Steinbruch, den wir bisher nur von Fotos kannten. Alleine für dieses tolle Ziel hat sich die Fahrt in den Harz doch schon gelohnt.
Start der Wanderung war um 8:45 Uhr. Wer hatte eigentlich diese Tour geplant? Gleich auf den ersten drei Kilometern ging es 260 Höhenmeter nach oben und die Sonne hatte schon recht viel Kraft. Na, das kann ja was werden heute. Bis zum Steinbruch begegneten uns keine anderen Wanderer. Warum auch, wer geht bei solch einem Wetter denn wandern?
Oben beim Steinbruch angekommen, musste ich erst einmal so richtig verschnaufen. Ich war total erledigt und mein Kreislauf meldete sich auch. Was war denn mit mir los? So etwas kenne ich von mir nicht. Das waren doch erst 3 Kilometer. Getrunken hatte ich auch ausreichend. Schon jetzt wurde mir klar, dass der Tag wohl etwas anders verlaufen würde als geplant.
Ganze fünf Minuten saß ich auf einem Stein und musste mir und meinem Körper diese Pause gönnen. Anschließend hatte ich endlich mal die Kraft, den Steinbruch zu bewundern, und ich kam aus dem Staunen und Fotografieren gar nicht mehr heraus. Unsere Drohnen wurden in die Luft gelassen und wir vergaßen vor lauter Aufregung die Zeit. Nach knapp 45 Minuten machten wir uns wieder auf den Weg. Diese Pause war aber auch echt nötig.
Nun folgte ein weiterer kleiner Anstieg hinauf zu den Renneklippen. Hier oben staunten wir nicht schlecht. Die Aussicht war grandios und wir nutzten die Klippen, um einige tolle Fotos von uns und der Landschaft zu machen. Die Drohnen halfen uns bei einigen tollen Perspektiven. Aber auch hier bemerkten wir, dass selbst dieser kleine Anstieg unserem Körper sehr zugesetzt hat. Wenn das so weitergeht, wird unser Wasser heute nicht reichen. Wir sind keine fünf Kilometer gewandert und hatten schon so viel erlebt. Die Mittagspause beim Harzer Schnitzelkönig konnten wir wohl vergessen!
Nach wie vor machte uns die Hitze doch mehr zu schaffen, als wir eigentlich wollten. Darum genehmigten wir uns beim Gasthaus Steinerne Renne erst einmal einen halben Liter alkoholfreies Hefeweizen. Ein paar Elektrolyte können ja nicht schaden. Hier kamen wir dann auch mit einigen Wanderern ins Gespräch. Sie alle nutzten diese Gelegenheit, um sich etwas abzukühlen oder auszuruhen. Wir taten uns recht schwer, wieder in den Trott zu kommen. Mittlerweile war es auch stolze 39 Grad Celsius warm und die fühlten sich in der Sonne nach viel mehr an!
Jetzt wissen wir auch, wie sich ein frisch aufgeladener Akku fühlen muss. Genau das haben die Elektrolyte mit unserem Körper gemacht. Wie neugeboren wanderten wir in der Mittagssonne hinauf zum Ottofelsen. Fix ein paar Fotos und tolle Videos mit der Drohne gemacht, wollten wir die restliche Strecke, welche ab jetzt nur noch bergab gehen sollte, schnell hinter uns bringen.
Doch jetzt passierte das, was irgendwann mal passieren musste. Beim Landen der Drohne – oben auf dem Ottofelsen – wurde diese von einer Windböe erfasst und schlug gegen das Geländer, um anschließend krachend den Felsen hinunterzufallen. So eine Scheiße! Sie war noch nicht aus und sendete ein kleines Signal als Lebenszeichen. Wir versuchten alles, um die Drohne im dichten Gestrüpp wiederzufinden. Wir gingen um die Felsen herum, um sie auch auf dem Boden zu suchen. Leider blieb die Suche erfolglos. Wir wollten uns beim Klettern nicht selbst in Gefahr bringen und haben die Suche schweren Herzens aufgegeben.
Die Drohne war versichert und die neue Drohne ist mittlerweile beim Besitzer angekommen. Aber die tollen Videos und Fotos sind bedauerlicherweise für immer verloren. Falls jemand beim Ottofelsen eine 360-Grad-Drohne von DJI findet, kann er die Telefonnummer anrufen, die sich auf dem Gehäuse befindet. Vielleicht haben wir ja doch noch Glück. Die Rettungsaktion in der prallen Mittagssonne hat unseren Körpern den Rest gegeben.
Obwohl es bergab ging, mussten wir alle 10 Minuten eine kleine Zwangspause im Schatten machen, um etwas zu trinken und uns auszuruhen. Ziemlich kaputt kamen wir beim Auto an und zogen uns erst einmal frische Kleidung an. Sorry noch mal an das ältere Ehepaar, welches den Anblick zweier alter Männer in Unterhosen auf dem Parkplatz ertragen musste!
Während der Wanderung erfuhren wir, dass sich zwei Freunde auch im Harz aufhielten, und wir verabredeten uns bei H.S.K., um den Nachmittag noch bei einem leckeren Schnitzel, kühlem Hefeweizen und ein paar tollen Gesprächen zu verbringen. Das war genau das Richtige bei all dem, was wir heute so auf der Wanderung erlebt haben. Dank der Temperaturen war es dort gegen 15:00 Uhr nicht sehr voll und wir bekamen sofort einen Tisch, wo wir, wie immer, sehr gut umsorgt wurden.
Wir hatten heute viele tolle Eindrücke gesammelt, tolle Klippen bestiegen und sehr viel über unseren Körper lernen können. Im Nachhinein haben wir erfahren, dass es wohl die Kombination aus Wärme und hohem Luftdruck war, die unseren Körper so durcheinandergebracht hat. Vielleicht hat auch die Aufregung zum Schluss noch etwas dazu beigetragen.
So ganz nebenbei kamen dann noch 12,9 km und 410 Höhenmeter bei einer reinen Laufzeit von 2 Stunden und 58 Minuten zusammen. Es hat trotz alledem sehr viel Spaß gemacht. Die Stempel auf der Tour (HWN 28 und 27) waren alle in Ordnung, aber bereits bei vergangenen Wanderungen ins Stempelheft gewandert.
Die nächsten Touren sind geplant und wir kommen wieder. „Harz geht immer!“








































































