Tour 47: Altenau und Umgebung

Tour 47: Altenau und Umgebung

Datum der Tour: 22. August 2026

Start- & Zielpunkt: Parkplatz Dammgraben

Dauer: 3:19 Std.

Länge: 15.3 km

Aufstieg: ➚ 450 m

Abstieg: ➘ 450 m

Stempelstellen: 133 | 134 | 135 | 149

Quelle: Screenshot von Komoot

Heute war eine besondere Wanderung geplant. Stempelwandern für den Stempelneuling Tobi, und der jahrelang gesperrte Magdeburger Weg wollte auch bewandert werden. Es gab noch eine Premiere: Mein Sohn hat sich für die Wanderung angemeldet, und darum habe ich eine besonders schöne Strecke herausgesucht. Ramona war auch der Meinung, dass ihre Sommerpause jetzt lang genug gedauert hatte. Zu viert waren wir schon lange nicht mehr unterwegs. Das wird toll!

Geplant hatte ich eine tolle 16 Kilometer lange Rundwanderung mit 470 Höhenmetern. Ganze 4 Stempel sollte Tobi in sein noch jungfräuliches Heft stempeln können. Ein toller Einstieg, wie ich finde. Leider war die Wettervorhersage gar nicht so gut und wir hofften trotzdem auf ein paar Regenpausen. Der Harz macht halt, was er will.

Um 5:45 Uhr hatte ich Malte und Ramona eingesammelt, und wir fuhren voller Vorfreude nach Celle, um Tobi abzuholen. Mit einem Hörspiel im Autoradio vergingen die 1 ½ Stunden wie im Flug. Vor Ort haben wir die Fahrzeuge gewechselt und uns noch mit den obligatorischen Zwiebelmettbrötchen bei „Kiess & Krause“ eingedeckt.

Der erste Stopp war unser Stamm-Kaffee-Dealer „Mannamia“ in Bad Harzburg. Die Fahrt verlief, wie fast immer um diese Uhrzeit, ohne Zwischenfälle und wir kamen gut voran. Wir wurden freundlich empfangen und liessen vier Kaffee in die Kaffee-To-Go-Becher füllen. Anschließend ging es zügig weiter zum Parkplatz Dammgraben. Wir hatten alle Hunger und wollten endlich frühstücken.

Beim leeren Parkplatz angekommen, wurden erst einmal die Wanderschuhe angezogen und die Kofferraumklappen-Frühstücks-Premiere für Malte konnte beginnen. Es war recht kalt mit 10 Grad. Jetzt beginnt wieder die Jahreszeit, in der man genau überlegen muss, was man auf der Wanderung anzieht. Die „Übergangszeit“ ist doof. Das war im Sommer einfacher.

Maltes Rucksack wurde von Tobi noch richtig eingestellt und die Wanderung konnte beginnen. Bisher war noch kein Regen zu sehen, aber die Wolken deuteten ihn bereits an. Wir drücken alle ganz fest die Daumen, dass wir relativ trocken über den Tag kommen würden.

Unser erstes Ziel war die HWN 133 (Förster-Ludewig-Platz) und der Kilometer dorthin führte uns entlang des Dammgrabens durch eine toll blühende Landschaft. Hier war es wirklich wunderschön. Beim Stempel angekommen, feierten wir erst einmal den ersten Stempel in Tobias’ Heft. Der erste Schritt zum Wanderkaiser ist getan. Glückwunsch, Tobi.

Wir waren schon total auf den Abschnitt vom Magdeburger Weg gespannt und konnten es kaum abwarten. Hoffentlich sehen wir diesen „Premium-Wanderweg“ noch ohne Regen! Der Dammgraben begleitete uns noch eine ganze Weile und ganz langsam bemerkten wir auch, dass es etwas bergauf ging.

Endlich kam der Einstieg in den Magdeburger Weg, die dunklen Regenwolken zogen ins Tal und kamen uns immer näher. Das sah total mystisch aus, und es wurde sehr dunkel. Die ersten Regentropfen kamen, und wir zogen uns die Regenjacken über. Trotz des Regens konnte man erahnen, wie schön es hier bei Sonnenschein aussehen würde. Die tolle Aussicht ins Tal wurde uns durch die Regenwolken versperrt. Macht aber nichts, wir genossen den Weg trotzdem in vollen Zügen.

Wanderhighlight: Magdeburger Weg

Der Magdeburger Weg ist ein Wanderweg im niedersächsischen Teil des Harzes zwischen dem Dammgraben östlich von Altenau und der Siedlung Torfhaus im Landkreis Goslar. Er liegt unmittelbar im Nationalpark Harz und geographisch sowie historisch im Ober- und Hochharz. Er ist Teil des Harzer Hexenstieges. Bekannt ist der Weg vor allem durch das Teilstück auf halber Höhe quer durch die Steile Wand, den nordöstlichen steilen Abhang des Bruchberges. Dieser Bereich wird auch als das Steile-Wand-Kar bezeichnet. Von dort bietet sich ein Ausblick auf den Waldkessel im Tal und die oberhalb bei Torfhaus stehenden Sende- und Richtfunkmasten. Zu den Besonderheiten des Magdeburger Wegs zählt neben dem Nabentaler Wasserfall der Krone-Blick, der nach dem Mitbegründer des Magdeburger Harzklub-Zweigvereins und vierzigjährigen Mitglied, Gustav Krone, benannt wurde. An der Stelle des Krone-Blickes wurde eine Metalltafel errichtet, die den Vergleich des heutigen Zustandes mit einem Postkartenmotiv aus dem Jahre 1939 ermöglicht. Die Schneiderbank unter einem Felsvorsprung unweit des Krone-Blickes erinnert an den Geheimen Baurat Schneider aus Magdeburg, der Vorsitzender des Harzklub-Zweigvereines war, als im Jahre 1893 der Magdeburger Weg angelegt worden ist.
Quelle: Wikipedia

Ein schmaler Weg führte uns direkt an der Tal­kante entlang, und wir hofften, nicht auszurutschen. Wir alle vier bewiesen Trittsicherheit, und kamen ohne Verluste wieder auf den breiteren Weg. Insgeheim hofften wir, dass wir zumindest bei der berühmten „Geheimrat-Schneider-Bank“ eine Pause ohne Regen machen konnten.

Unsere Gebete wurden erhört, und wir genehmigten uns eine kleine Pause mit Wasser, Kaffee und Gebäck auf der Bank. Die Aussicht von hier oben war grandios. Immer wieder zogen Wolken auf und versperrten die Sicht. Wettermäßig wurde uns heute echt alles geboten. Die nächsten zwei Kilometer hinauf zur Wolfswarte waren dann doch etwas anspruchsvoller, und wegen des Regens mussten wir teilweise sehr aufpassen, um nicht auszurutschen. Besonders die nassen Wurzeln waren extrem glatt.

Apropos glatt: Es lief alles glatt, und wir kamen, wenn auch etwas außer Puste, gesund und munter oben bei der HWN 135 (Wolfswarte) an und machten erst einmal Fotos. Da es extrem stürmisch war, hielten wir uns nicht so lange direkt oben auf der Klippe auf. Wir suchten unterhalb der Klippe immer wieder Wolkenlücken, um wenigstens etwas Aussicht ins Tal auf die Fotos zu bekommen. Nach und nach kamen auch noch andere Wanderer hinauf, und wir machten uns nach dem Stempeln wieder auf den Weg nach unten.

Wanderhighlight: Stempelstelle 135 (Wolfswarte)

Die Wolfswarte (918 m ü. NN) ist eine aus verwittertem Acker-Bruchberg-Quarzit bestehende Felskuppe, welche zum teilweise bewaldeten Bruchbergmassiv (927 m ü. NN) und zur Kernzone des Nationalparks gehört. Die felsige Wolfswarte ist gut vom Glockenberg in Altenau, von Schulenberg und auch vom Torfhaus aus zu erkennen. Die Wolfswarte bietet einen herrlichen Ausblick auf große Teile des Westharzes bis weit in das nördliche Harzvorland hinein, weshalb sie auch für Naturliebhaber zu den schönsten Wanderzielen im ganzen Harz zählt. Ein guter Ausgangspunkt sind die kleinen Parkplätze an der Straße von Torfhaus nach Altenau. Von dort kann man über den sehr steinigen und oftmals nassen Wolfswarter Fußweg direkt die felsige Klippe der Wolfswarte erreichen. Von Altenau aus führen bequemere aber längere Wege zum Teil mit hervorragenden Aussichtspunkten auf die Wolfswarte. Rechterhand vom Parkplatz „Am Mühlenberg“ führt der Gustav-Baumann- Weg über den Kunstberg zum Dammgraben. Auf leicht ansteigendem Weg gelangt man über die Stempelstelle Gustav-Baumann-Weg (HWN 134) zum Okerstein und weiter auf dem Oberen Bruchbergweg zur Wolfswarte.
Quelle: Harzer Wandernadel

Die Sonne kam heraus, und es wurde sofort warm. Der Weg hinunter über den Bruchberg in Richtung Altenau war wunderschön. Genau wie die Landschaft um uns herum. Wir genossen diesen Moment sehr. Die nächsten vier Kilometer entlang des Oberen Bruchbergwegs wurden wir etwas stiller, und für ein paar Minuten hing jeder seinen Gedanken nach. Auch das gehört zum Wandern, und genau das macht eine gute Wanderung aus.

Immer wieder kam die Sonne zwischen den Wolken hervor, und das satte Grün der Bäume und des Grases hob sich total toll von den dunklen Regenwolken und den blauen Teilstücken dazwischen ab. Genau so mag ich den Himmel. Ideal zum Fotografieren.

Es folgte die HWN 134 (Gustav-Baumann-Weg) und auch dieser Stempel wurde feierlich als dritter Stempel in das neue Heft gedrückt. In diesem Tempo kann es mit den Stempeln gerne weitergehen. Die Sonne ließ uns auf den letzten Kilometern ordentlich schwitzen. Die gelben Grasflächen entlang des Altenauer Herzwegs leuchteten extrem hell bei diesen Lichtverhältnissen und waren schön anzusehen.

Meine Mitwanderer fühlten sich schon sicher beim Auto und wurden kurz vor der HWN 149 (Herzweg Mühlenberg) noch einmal aus ihren Träumen gerissen. Die „Arschlochtreppe“ von Altenau, den Mühlenberg hinauf, lag vor ihnen und das Fluchen beim Hinaufsteigen hörte man bis zum Harzer Schnitzelkönig. Was für ein Spaß!

Die Bank beim Stempelkasten wurde anschließend dankend zum Ausruhen angenommen. Die Stempelpause dauerte dieses Mal ein kleines bisschen länger. Warum nur? Nun aber weiter, denn wir hatten alle Hunger, und der H.S.K. war nicht mehr fern. Weiter ging es über eine riesige Wiese am Fuße des Mühlenbergs in Richtung Parkplatz. Wir kamen wieder an den Dammgraben und stießen dort auf das Dammwärterhäuschen und das Wehr „Kleine Oker“. Hier befand sich früher die alte Stempelstelle 149.

Es ging weiter in Richtung Parkplatz Dammgraben, und in der Ferne konnten wir schon das Auto sehen. Dort angekommen, zogen wir uns erst einmal frische Kleidung an und packten die Rucksäcke in den Kofferraum. Das war mal wieder eine geniale Wanderung.

Es kamen heute 15,3 Kilometer bei einer reinen Laufzeit von 3 Stunden und 19 Minuten mit 450 Höhenmetern zusammen. Ein toller Einstand von Malte. Klasse gemacht!

Das Navi wurde mit den Koordinaten von Lautenthal gefüttert, und nach knapp 40 Minuten kamen wir beim Harzer Schnitzelkönig an. Matze führte uns sofort an einen freien Tisch und das erste alkoholfreie Hefeweizen war schnell geleert. Bei drei Teufelsschnitzeln und einem großen Salat – sorry, Bowl – redeten wir noch eine Weile über diesen tollen Tag und schlossen das Essen mit einem Espresso und einem grandiosen Lavacake ab.

Das Ganze schreit nach einer Wiederholung, da waren wir uns alle einig. Die nächsten Touren sind geplant, und wir kommen wieder. „Harz geht immer!“