Tour 48: Stolberg und Umgebung
Von Matthias Kleinekathöfer
Datum der Tour: 19. September 2026
Start- & Zielpunkt: Stolberg / Parkplatz am Saigerturm
Dauer: 3:57 Std.
Länge: 18.7 km
Aufstieg: ➚ 510 m
Abstieg: ➘ 500 m
Stempelstellen: 216 | 211 | 2012-03 | 215

Quelle: Screenshot von Komoot
Nach einer vierwöchigen Harzpause war es mal wieder an der Zeit, in die zweite Heimat zu fahren. Allerdings war ich nicht untätig, denn in den vier Wochen war ich als Helfer beim Heide Hunte Walk der Walking Heroes und beim Mammutmarsch in Bremen dabei. Tobi und ich wollten unbedingt mal das Josephskreuz sehen und ich hatte eine schöne 18,5 Kilometer lange Strecke mit 4 Stempeln und 500 Höhenmetern zu diesem Zweck geplant. Schließlich sind wir ja jetzt immer zu zweit am Stempelwandern.
Das Ziel lag etwas weiter im Südharz und somit machte ich mich eine halbe Stunde eher als sonst auf den Weg nach Celle. Die Fahrt dorthin war extrem entspannt und nach dem Umpacken der Ausrüstung ging es sofort los in Richtung Blankenburg zum ersten Stopp. In Blankenburg war die Bäckerei Tobias Koch unser anvisiertes Ziel. Dort wollten wir die Brötchen und den Kaffee für unser Kofferraumklappen-Frühstück kaufen. Gesagt, getan. Nun aber los nach Stolberg zum Parkplatz. Wir hatten beide Hunger.
In Stolberg angekommen, staunten wir nicht schlecht. Was für eine wunderschöne Stadt ist das denn bitte? Auch der kleine Parkplatz am Saigerturm war wirklich schön gelegen. So konnte der Tag starten! Wir frühstückten in einer Traumkulisse. Frisch gestärkt ging es dann auch endlich los. Wir konnten es kaum erwarten.
Die ersten Meter ging es durch die sehr schöne Altstadt von Stolberg. Das erste Ziel war die Lutherbuche (HWN 216) und es war wieder so eine Tour, wo gleich am Anfang eine schöne „Arschlochsteigung“ auf uns wartete. Aber der Aufstieg zur Lutherbuche hatte sich gelohnt. Von dort oben hatte man eine tolle Aussicht auf den Ort und das Schloss Stolberg. Es war wirklich wunderschön dort.
Auf dem Weg zum nächsten Ziel, den Kiliansteichen (HWN 211), ging es über die „Alte Auerbergsstraße“ aus Stolberg hinaus und den „Pferdekopf“ hinauf. Auch hier ging es die ganze Zeit leicht bergauf und wir kamen ganz schön ins Schwitzen. Irgendwoher mussten die ganzen Höhenmeter ja herkommen. Der Weg zu den Teichen war wunderschön und wir genossen die Natur dort sehr.
Auch dieser Stempel war in Ordnung (was im Moment wirklich nicht selbstverständlich ist) und nach dem Stempeln ging es über den „Wanderweg Gelber Punkt“ zum Kiliansgrund. Von dort aus weiter zum Frankenteich, wo auch schon der nächste Stempel auf uns wartete. Dort angekommen, mussten wir erst mal ein paar Bilder machen. Der dunkle Wolkenhimmel, der uns den ganzen Tag begleitet hatte, sah wunderschön über dem Frankenteich aus.
Die HWN 2012-03 (Frankenteich) wurde ins Themenheft „Talsperren im Harz“ gedrückt und wir gingen weiter. Jetzt musste doch endlich das Wanderhighlight dieser Tour kommen. In der Ferne konnten wir das Josephskreuz schon sehen. Ganz schön riesig das Teil!
Bevor wir den Auerberg hinauf zum Josephskreuz wanderten, kamen wir noch an einer großen Schafsherde vorbei. Zwei Esel waren auch im Gehege, aber sämtliche Tiere wollten an diesem Tag nichts von uns wissen. Dankbare Fotomotive waren sie aber trotzdem.
Die Steigung den Auerberg hinauf hatte es in sich und wir hofften, oben etwas Schönes, Kaltes zum Trinken zu bekommen. Wir waren anscheinend die einzigen, die dort hinaufgewandert sind. Unterwegs sind uns keine Menschen begegnet und der Parkplatz oben beim Josephskreuz war voll mit Autos und Motorrädern.
Wanderhighlight: Josephskreuz
Das Josephskreuz befindet sich im Unterharz im Naturpark Harz/Sachsen-Anhalt. Es steht auf der zwischen Stolberg im Südwesten (zur Gemeinde Südharz) und Straßberg im Nordosten (zur Stadt Harzgerode) gelegenen Josephshöhe (580,3 m ü. NHN), der Südkuppe des bewaldeten Großen Auerbergs (580,4 m) Höhe. Der am 9. August 1896 eingeweihte Turm wurde in Form eines aufrecht stehenden vierzählig drehsymmetrischen Lateinischen Kreuzes (Doppelkreuz) aus Stahlfachwerk errichtet. Die 38 m hohe Konstruktion wiegt 125 Tonnen und wird von etwa 100.000 Nieten zusammengehalten. Schon im 17. Jahrhundert stand auf dem Auerberg ein hölzerner Fachwerk-Aussichtsturm, der wegen Baufälligkeit und Wetterschäden 1768 abgerissen wurde. 1832 beauftragte Graf Joseph zu Stolberg-Stolberg den Berliner Architekten Karl Friedrich Schinkel mit dem Entwurf eines neuen Turms, den ein Stolberger Zimmermann ausführte. Das Richtfest von Schinkels hölzernem Turm in Form eines Doppelkreuzes wurde am 24. September 1833 gefeiert. Am 21. Juni 1834 wurde der Turm eingeweiht und nach seinem Auftraggeber „Josephskreuz“ benannt. Der Turm besaß keine Treppen und konnte nur mit Leitern bestiegen werden. Um 1850 mussten die Kreuzarme erneuert werden. 1880 brannte das Bauwerk durch Blitzschlag bis auf das Fundament nieder. Mit dem Bau eines neuen Josephskreuzes nach einem Entwurf von Otto Beißwänger wurde am 20. April 1896 begonnen. Der Turm nahm in der Doppelkreuzform Bezug auf Schinkel, war jedoch nach dem Vorbild des Pariser Eiffelturms als Stahlfachwerkkonstruktion ausgeführt, wobei dessen Bestandteile wie der Rundbogen zwischen den Beinen sogar nachgebaut wurden. Die Kosten von 50.000 Mark trugen das Fürstenhaus zu Stolberg und der Harzklub. Am 9. August 1896 wurde das neue Josephskreuz eingeweiht.
Quelle: Wikipedia
Bevor wir vor lauter Aufregung um die tollen Fotomotive noch das Stempeln vergaßen, wurde noch schnell der Stempel (HWN 215) ins Haupt- und Lutherweg-Heft gedrückt. Das Josephskreuz ist schon ein beeindruckendes Bauwerk und wir versuchten, es von so vielen Perspektiven wie möglich zu fotografieren. Gar nicht so einfach, wenn hier so viele Menschen sind. Den Aufstieg zur Spitze ersparten wir uns aber. So genossen wir die eiskalte Cola und machten eine kleine Pause an einem der vielen Tische direkt unter dem Turm.
Die restlichen drei Kilometer zum Auto ging es jetzt nur noch bergab. Das war mal wirklich entspannt nach den ganzen Anstiegen. Der Weg führte uns über die „Alte Poststraße“ wieder durch Stolberg zum Auto. Hier und da wurden noch ein paar Fotos gemacht und wir wunderten uns, wie voll der Ort doch jetzt geworden ist. Viele Touristen schlenderten durch die malerischen Gassen, während die zahlreichen Restaurants und Eisdielen gut besucht waren.
Am Parkplatz mussten wir noch unseren Parkplatz vor einer Gruppe Biker verteidigen. Auf die Konfrontation möchte ich hier nicht eingehen, aber ein paar Biker hatten wohl zu viele Abgase auf dem Weg nach Stolberg geschnuppert. Das Umziehen machte bei einer wartenden Gruppe Biker noch viel mehr Spaß und dauerte dieses Mal entsprechend länger. Manchmal vergisst man ja nach dem Einsteigen ins Auto noch etwas aus dem Kofferraum. Man wird halt alt.
Der nächste Halt war Lautenthal. Beim Harzer Schnitzelkönig mussten wir, wie gewohnt, nicht lange warten und das Bananenweizen inklusive Lautenthal-Schnitzel war wie immer ein Traum. Die Oktoberfest-Karte war noch aktiv und wir beide gönnten uns noch einen Kaiserschmarrn als Nachtisch. Das ist Foodporn auf Sterneniveau. Danke mal wieder an das gesamte Team und danke noch einmal an Marcel, der uns sehr schnell einen tollen Platz zugewiesen hat! Es war mal wieder ein Essen bei lieben Freunden.
Das war eine abwechslungsreiche Tour mit 510 Höhenmetern und so ganz nebenbei kamen 18,7 Kilometer mit einer reinen Laufzeit von 3 Stunden und 57 Minuten zusammen. Es hat wieder mal sehr viel Spaß gemacht.
Die nächsten Touren sind geplant und wir kommen wieder. „Harz geht immer!“

































































